Weshalb mischt sich die DAW nun ein?

Silke Fisher - 30-10-2019

Den wenigsten von Ihnen dürfte der Verband der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) bekannt sein, aber interessanterweise ist dies ein Verband, der sehr wohl Einfluss auf Entscheidungen nehmen kann. Der Verband überstellte der Bundesregierung am 17. Oktober ein sogenanntes Eckpunktpapier, in dem sie mitteilten, dass sie mit der Novellierung des Glücksspielstaatsvertrags absolut einverstanden sind, aber auch, dass sie ihre Seite der Glückspielbranche für nicht stark genug vertreten sehen.

Wie Sie aus unseren Blogartikeln bereits wissen, zielt der Glückspielstaatsvertrag auf einheitliche Richtlinien in Bezug auf Online Casinos und Buchmacher ab. Lotterien werden ebenfalls behandelt und auch Geldspielgeräte. Der Verband ist aber nun der Meinung, dass ihr Teil mit zu wenig Richtlinien belegt ist, was den Schwarzmarkt antreiben würde. Die DAW teilt mit, dass vor allem im Kampf gegen den Schwarzmarkt in allen Bereichen der Glücksspielbranche hohe Standards gelten müssen – ansonsten wäre die Unterwanderung in einigen Bereich bereits absehbar.

 

Was macht die DAW?

Wie der Name des Verbands bereits besagt, ist dies der Dachverband von über 2.000 mittelständische Unternehmen, die sicherstellen, dass in den Gaststätten, Spielhallen oder lokalen kleinen Casinos Geldspielgeräte aufgestellt, gewartet und geprüft werden. Der Verband wahrt die Interessen seiner Mitglieder und ist Ansprechpartner für Prüfungsgesellschaften und auch anderer Anbieter, die in diesem Markt tätig sein möchten.

Was sind die Kernforderungen der DAW?

Die DAW wurde seinerseits gegründete, um den Jugend- und Spielerschutz noch weiter auszubauen, zu forcieren und auch einzuhalten. Ebenfalls werden durch den DAW Möglichkeiten für Spieler mit Suchtpotenzial gegeben, um sich ihrer Sucht bewusst zu werden und Informationen zu erhalten, wo sie Hilfe erhalten können. Für die Anbieter von Glückspielen sind sie rechtliche Anlaufstelle bei Problemen, helfen der Bundesregierung Richtlinien zu erstellen und informieren Spielhallenbetreiber über etwaige Änderungen.

Was soll konkret geändert werden?

Da die DAW weiß, dass die Bundesregierung bei Kritik auch gerne erste Lösungsansätze erhalten möchte, hat die DAW in ihrem Eckpunktpapier bereits einige Lösungsvorschläge geliefert. Auf zwei davon möchten wir im nächsten Absatz etwas näher eingehen.

Generell teilt die DAW in ihrem Schreiben mit, dass der erste Ansatz zur Regulierung auch in ihrem Bereich ganz in Ordnung und auch wichtig ist, aber dass die Regulierungen nur an der Oberfläche des Problems kratzen. Denn wenn es um den Jugend- und Spielerschutz geht, dürfen eigentlich keine Lücken mehr vorhanden sein.

Auch bei der Durchsicht der Übergangsregelung sei festzustellen, dass eigentlich nur zusätzliche Reglementierungen für Sportwetten- und Buchmacherdienste verändert, bzw. neu aufgenommen wurden. Dies sieht der Verband als großes Problem.

Die Lösungen des DAW

Wie oben beschrieben, hat die DAW der Bundesregierung und dem Arbeitskreis bereits einige Lösungsvorschläge in ihrem Papier unterbreitet, die aus unserer Sicht auch sehr viel Sinn machen würden. Wir werden uns nun kurz zwei dieser Lösungsvorschläge ansehen.

Beim ersten Lösungsvorschlag dreht sich alles um den Jugend- und Spielerschutz. Da dies auch ein sehr wichtiger Punkt der ganz Kampagne der Bundesregierung ist, schlägt die DAW vor, dass alle Geldspielgeräte in öffentlichen Räumen, Gaststätten, Tankstellen, Spielhallen und Casinos mit einem einheitlichen biometrischen Zugangssystem ausgestattet werden. Dadurch kann z. Bsp. sichergestellt werden, dass kein Jugendlicher an den Automaten spielen kann.

Ein zweiter Bereich betrifft die Prüfung von Spielgeräten und auch der Spielhallen an sich. Hier plädiert der Verband für die komplette Vergabe der Prüfungshandlungen an externe Partner.

Möglichkeiten für den Glücksspielstaatsvertrag

Ob die von der DAW genannten Lösungsvorschläge im Rahmen des Glückspielstaatsvertrags umsetzbar sind, muss nun von der Bundesregierung und den Arbeitskreisen geklärt werden. Immerhin gab es bis jetzt, kurz eine Woche nach dem Versand des Briefes, noch keine generelle Ablehnung. Wir müssen auf eine offizielle Antwort wohl noch etwas warten.