Wacker schaltet sich zum Thema Online-Casino-Beschränkungen ein

Silke Fisher - 20-02-2020

Bayern München äußert sich zu Casino-GesetzenNun lehnt sich eine weitere bekannte Persönlichkeit, nämlich Jörg Wacker, Vorstandsmitglied des FC Bayern München, gegen die von Deutschland vorgeschlagenen Online-Casino Glücksspielbeschränkungen auf.

Der frühere Geschäftsführer von Bwin Deutschland hat Änderungen am Glücksspielvertrag von 2021 gefordert und erklärt, die vorgeschlagenen Beschränkungen entsprächen nicht der Marktrealität. Er warnte davor, dass mehr Menschen in Schwarzmarktgeschäfte hineingetrieben werden könnten, wenn die Dinge sich weiterhin so entwickeln würden.

Wogegen Wacker Einwände erhebt

Bestimmte Bestandteile der neuen Vorschriften wurden verbessert, beispielsweise werden Online-Casinos nicht in so strengen Grenzen gehalten wie ursprünglich vorgeschlagen. Der Bundesrat plant jedoch, die Freiheiten bei Sportwetten ziemlich stark einzuschränken.

Ein Vorstoß war beispielsweise die Beschränkung von Wetteinsätzen auf maximal 1.000 € pro Monat. Außerdem gibt es Forderungen, die darauf abzielen, die Live-Wettmärkte einzuschränken. Wacker sagte, ein solch niedriges Einzahlungslimit und ein Verbot von Live-Wetten würden mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass Verbraucher auf den Schwarzmarkt ausweichen würden, wo sie viel höhere Beträge setzen könnten.

Wacker ist verständlicherweise über die letztgenannten Vorschläge verärgert und hat die  Führungskräfte des Bundes dazu aufgerufen, das Bundesmandat in Bezug auf Sportwetten zu überprüfen. Die Richtlinie entspräche nicht der industriellen Nachfrage.

Persöniche Erfahrungen in der Industrie

Ehemals bei Bwin Deutschland ist Wacker seit 2013 Vorstandsmitglied beim FC Bayern München und hat dort die Aufgabe, das globale Profil des Teams zu stärken. Er erwähnte ausdrücklich die Tatsache, dass die Verwendung des Wortes “illegal” als Teil des Betreibervertrags völlig ungeeignet sei, wenn sie tatsächlich Lizenzen in anderen europäischen Ländern sowie in Schleswig-Holstein besäßen.

Wacker sprach auch darüber, dass in den letzten 15 Jahren keinerlei Klärung der rechtlichen Situation festgestellt werden konnte, obwohl deutsche Buchmacher allein im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen Euro staatliche Steuern gezahlt hätten. Er sagte, dass diese Zahlungen eine eindeutige Rechtsgrundlage für deren laufenden Betrieb darstellen würden.

Er reagierte auch auf Kritiker der Partnerschaft des FC Bayern München mit Tipico, einem internationalen Anbieter von Sportwettprodukten und Online-Casinospielen. Wacker erklärte, sein Club arbeite mit marktführenden Unternehmen zusammen und der Deal mit Tipico werde bis zum Ende der Saison 2020/21 verlängert, was wirtschaftlich sinnvoll sei.

Es ist nicht nur Wacker, der sich Sorgen über die Auswirkungen der geplanten Einschränkungen macht. Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes, schrieb kürzlich ebenfalls einen Brief zu diesem Thema.